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16. Dezember 2018

Machen uns die digitalen Medien dumm und faul?

In der heutigen immer stärker digitalisierten Welt, vor allem auch der Arbeitswelt, ist der richtige Umgang mit digitalen Geräten eine Herausforderung, welche wir alle gemeinsam meistern müssen.

Machen uns die digitalen Medien dumm und faul?

Wäre das Messer erst vor kurzem erfunden worden, gäbe es Menschen, welche selbst ihre Kinder frei damit herumlaufen ließen. Auf der anderen Seite gäbe es einige, welche das Messer in ihrem Haushalt total verbieten würden. Um ihre Kinder ja nicht zu gefährden, würden diese dann verlangen, dass auch in Schulen das Thema Messer nicht vorkommen solle. Wäre es aber nicht trotzdem sinnvoller, wenn in Schulen der richtige Umgang mit dem Messer gelehrt und auch auf die mit dem Gebrauch zusammenhängen Gefahren hingewiesen würde? Rückgängig machen ließe sich die Erfindung des Messers sicher nicht!

In der heutigen immer stärker digitalisierten Welt, vor allem auch der Arbeitswelt, ist der richtige Umgang mit digitalen Geräten eine Herausforderung, welche wir alle gemeinsam meistern müssen. Natürlich ist es Missbrauch, wenn Eltern bereits ihre Volksschulkinder fünf bis sechs Stunden pro Tag ruhigstellen, indem sie diese am Computer sitzen und dort spielen lassen. Diese Kinder haben Defizite in der Motorik und im sprachlichen Ausdruck. Für sie ist der Computer ein reines Spielgerät. So würde es auch bleiben, würden digitale Geräte aus den Volksschulen ausgesperrt. In den Haushalten und damit im Alltag der Kinder sind sie auf jeden Fall angekommen.  

Es muss nun Aufgabe einer in der Jetztzeit angekommenen Schule sein, auf diese Gefahren hinzuweisen, aber den Kindern auch digitale Geräte als Lerngeräte in dem ihrem Alter entsprechenden Ausmaß näher zu bringen. Damit können Ängste reduziert und Chancen genutzt werden. Gerade die Personalisierung des Unterrichts ist mit der zunehmenden Diversifizierung unserer Gesellschaft ohne digitale Geräte kaum mehr leistbar. Außerdem ist es ein gewaltiger Vorteil, wenn Kinder zum Beispiel bei Rechen- oder Schreibaufgaben sofort die Rückmeldung bekommen, was richtig und was falsch ist. Damit wird vermieden, dass sich Fehler verfestigen. Routineaufgaben werden von den Kinder viel lustvoller gelöst. Bei Besuchen in Volksschulen kann erlebt werden, wie beim Einsatz von Tablets das Erlernen des Einmaleins und des Alphabets plötzlich zu einem interessanten Spiel wird, das die Kinder ungemein motiviert.  

Auch im Geographieunterricht sieht man, mit welcher Begeisterung Kinder Hauptstädte den richtigen Ländern auf einer digitalen Karte zuordnen. Auch hier besteht der Vorteil einer digitalen gegenüber einer analogen Karte, dass es sofortiges Feedback gibt, und man sogar einen Highscore erreichen kann, wodurch man in spielerische Konkurrenz tritt.

Natürlich können digitale Geräte das analoge Lernen nicht ersetzen. Kinder müssen allein schon zur Entwicklung ihrer Motorik zuerst etwas mit ihren Händen begreifen, damit es auch zu einem Begriff in ihren Gehirnen wird. Also wird für das Verständnis und das Begreifen von Zahlen der Einsatz einfacher Holzwürfel immer eine wichtige Rolle spielen. Digitale Geräte können aber eine gewaltige Bereicherung in der Festigung der Kenntnisse anbieten.

Noch gar nicht zur Sprache gekommen sind die kreativen Möglichkeiten, welche sich mit den digitalen Geräten eröffnen. Virtuelle Rollenspiele, lebendige Präsentationen, selbst erstellte Aufnahmen und Speile bereichern das Unterrichtsgeschehen.  

Kurz zusammengefasst, digitale Geräte sind hier und wir werden auch hier bleiben. Wie wird damit umgehen, wird darüber entscheiden, ob wir nur ihre Risiken hinnehmen müssen, oder ob wir auch ihre Chancen nutzen.

Edmund Huditz

Kontakt & Information

Mag. Edmund Huditz

eEducation Bundeslandkoordination AHS Kärnten
Leitung ARGE eEducation Kärnten
Landeskoordination Mobile Peer Learning

Mobile: +43 (0) 664 3057055
E-Mail: edmund.huditz@eeducation.at

 

Bildnachweis:

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Bildungsdirektion KÄRNTEN
10. -Oktober-Straße 24
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