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17. August 2026
Lehrlinge bringen Digitalisierung in den Betrieb
Bereits zum vierten Mal bot sich für Jugendliche aus Betrieben der Karnischen Region die Möglichkeit, im Rahmen der Lehrlingsakademie zusätzliche Kompetenzen für ihren Berufsalltag zu erwerben.
Bereits zum vierten Mal bot sich für Jugendliche aus Betrieben der Karnischen Region die Möglichkeit, im Rahmen der Lehrlingsakademie zusätzliche Kompetenzen für ihren Berufsalltag zu erwerben. Im Ausbildungsjahr 2025/2026 gestaltete der DIH SÜD gemeinsam mit seinem Partner Fraunhofer Austria erstmals einen Workshop zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Die Jugendlichen lernten Chancen und Risiken von KI kennen, erkundeten anhand des KI-Mobils praxisnahe Anwendungsbeispiele und entwickelten Ideen für den Einsatz von KI in ihren Lehrbetrieben. Dass daraus konkrete Impulse für die betriebliche Praxis entstehen können, zeigte sich bereits bei einem teilnehmenden Unternehmen.
Vom privaten Nutzen zur beruflichen Anwendung
Für viele Jugendliche ist die Nutzung digitaler Angebote und KI-Anwendungen selbstverständlich – zumindest im persönlichen Alltag. Im beruflichen Umfeld zeigt sich oft ein anderes Bild. Deshalb war es Nicole Mitsche, Programmplanerin der Lehrlingsakademie und Projektmanagerin in den Karnischen Werkstätten, ein besonderes Anliegen, das Thema Künstliche Intelligenz in das Bildungsangebot aufzunehmen. Dabei stand nicht die Vermittlung einzelner KI-Tools im Vordergrund. Vielmehr sollten die Teilnehmenden verstehen, welchen Mehrwert digitale Lösungen für Unternehmen bieten können und wie sich Arbeitsabläufe und Prozesse durch ihren Einsatz verbessern lassen.
„Mit dem KI-Workshop konnten wir bei den Jugendlichen eine Hemmschwelle abbauen. Sie haben ein besseres Verständnis dafür entwickelt, wie sie Künstliche Intelligenz im Berufsalltag nutzen können“, bestätigt Nicole Mitsche.
KI verstehen und in die Praxis mitnehmen
Was ist Künstliche Intelligenz und wie kann sie Unternehmen konkret unterstützen? Mit einer verständlichen Einführung in die Grundlagen der KI startete Fraunhofer Austria den intensiven Praxistag. Wie KI-Anwendungen in der Praxis aussehen können, wurde den Lehrlingen anhand der Demonstratoren des KI-Mobils praktisch nähergebracht. „Richtige Beispiele aus der Praxis“ zu sehen war für Jakob Tiefnig, Lehrling bei Maschinen Gailer, ein Schlüsselerlebnis: „Beim Keks-Demonstrator hat man gesehen, wie KI kaputte Kekse erkennt. Da versteht man viel besser, wie das funktioniert. Cool war auch, dass es um echte Probleme aus den Betrieben gegangen ist und nicht nur um die Theorie“ so Jakob Tiefnig.
In einer interaktiven Session entwickelten die Teilnehmenden schließlich Ideen für Anwendungsfälle in ihren eigenen Lehrbetrieben.
KI-Ideen für den eigenen Betrieb
An Potenzialen mangelte es nicht: Die Lehrlinge identifizierten unter anderem Möglichkeiten zur optimierten Fehlersuche an Maschinen, den Einsatz von VR-Brillen beim Aufbau von Maschinengetrieben, die automatisierte Erstellung von Angeboten oder den Einsatz in der Lagerlogistik. Mithilfe des KI-Canvas wurden ausgewählte Anwendungsfälle anschließend hinsichtlich des zu lösenden Problems, des Nutzens, möglicher Herausforderungen und der erforderlichen Voraussetzungen gemeinsam analysiert und diskutiert. „Unsere Idee für das Lager war besonders spannend. Wenn man gleich weiß, wo ein Teil liegt, muss man nicht lange suchen und bestellt nichts doppelt. Am coolsten war aber, dass eine Idee aus dem Workshop sogar schon in einem Betrieb umgesetzt worden ist. Da sieht man, dass solche Workshops wirklich etwas bringen“, zeigt sich Jakob Tiefnig begeistert.
Praxisimpuls für den Lehrbetrieb
Auch im Lehrbetrieb von Jakob Tiefnig hat sich durch den KI-Tag einiges getan. Geschäftsführerin Victoria Gailer hatte bereits ein größeres KI-Projekt in Planung. Der Workshop gab den Impuls sich mit den Expert*innen von Fraunhofer Austria dazu auszutauschen. „Dadurch haben wir erkannt, dass es auch einfacher geht. Heute nutzen wir ChatGPT, um Informationen sowie Reparatur- und Bedienungsanleitungen für ältere Maschinen schneller zu finden. Die Lösung konnten wir rasch umsetzen und sie unterstützt unsere Mitarbeitenden bereits im Arbeitsalltag.“ beschreibt es Victoria Gailer.
Lehrlinge stoßen Veränderungen an
Auch die Lehrbetriebe nahmen neue Impulse mit. „Die Betriebe sind hellhöriger geworden, was die Möglichkeiten von Digitalisierung und KI für ihr Unternehmen angeht“, beschreibt Nicole Mitsche. Selbst bei der Abschlussveranstaltung der Lehrlingsakademie für die Lehrlinge und ihre Lehrbetriebe wurden die präsentierten Ideen noch intensiv diskutiert. Für Nicole Mitsche zeigt das: Nicht nur bei den Lehrlingen, sondern auch bei den Verantwortlichen in den Betrieben wurden Berührungsängste gegenüber digitalen Lösungen und KI abgebaut. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, KI auch für komplexere Fragestellungen einzusetzen.
Weiterbildung bringt Innovation ins Unternehmen
In diesem Jahr haben 11 Lehrlinge den Lehrgang der Lehrlingsakademie erfolgreich abgeschlossen. Die Jugendlichen aus Betreiben der Karnischen Region haben nicht nur neue Kompetenzen erworben, sondern auch wertvolle Impulse für Digitalisierung und Innovation in ihre Betriebe getragen. Dieses Potenzial sieht auch Victoria Gailer, insbesondere, wenn es darum geht Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben. „Es ist wichtig offen für neue Ideen zu sein und Mitarbeitende aktiv einzubinden. Sie kennen die täglichen Herausforderungen am besten und erkennen oft, wo digitale Werkzeuge den Arbeitsalltag erleichtern können. So entstehen Lösungen, die einen echten Mehrwert für den gesamten Betrieb schaffen“ fasst die Geschäftsführerin zusammen.
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